-  Pressemitteilung 31.01.2018:
    Gewalt an Frauen ist
    alltäglich
-  Pressemitteilung 04.12.2017:
    Der Umzug ist überstanden!
    Neue Räumlichkeiten für
    allein angekommene Frauen
    und ihre Kinder
-  28.9.2017 München:
    Fortbildung Schutz
    geflüchteter Frauen vor
    Gewalt
-  Pressemitteilung 02.06.2017:
    Paritätischer in Bayern
    begrüßt Aussetzung der
    Abschiebungen nach
    Afghanistan
-  Die Frauenhilfe aktuell
    in der SZ
-  SZ Artikel zum Weltfrauentag
    am 8. März 2017:
    Wie Kinder häusliche
    Gewalt verarbeiten
-  Geflüchtete Frauen und
    Mädchen vor Gewalt
    schützen
-  Erfahrungen aus der ersten
    Frauen-Flüchtlingsunter-
    kunft in Bayern
-  Pressemitteilung 08.11.2016
    Bayerische Sozialministerin
    besucht Münchner
    Unterkunft
-  09.06.2016:
    Zwischen Kinderschutz und
    Elternrecht
-  Besuch der Delegation des
    Frauenausschusses des
    EU Parlaments
-  Erste Frauen-
    Flüchtlingseinrichtung
    in Bayern
-  Münchner Aktionsbündnis
    für Flüchtlingsfrauen
Der Paritätische in Bayern

Gewalt an Frauen ist alltäglich:
Deutschland und die Länder verpflichten sich zu Schutz und Hilfe auf Grundlage der Istanbul-Konvention

Gewalt an Frauen ist alltäglich und seit vielen Jahren gleichbleibend hoch. Sie ist keine gesellschaftliche Randerscheinung. Das zeigen auch die vielen mutigen Frauen, die ihr Schweigen über sexuelle Übergriffe und Gewalttaten brechen. „Die anhaltende öffentliche Aufmerksamkeit dieses Themas zeigt, worum es geht: um Ausnutzen von Macht und Abhängigkeitsverhältnissen, um Herrschaftsstrukturen und eine jahrelange Kultur des Wegsehens“, erklärt Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern. Durch diese Aufmerksamkeit gebe es endlich ernstzunehmende Bestrebungen, mehr für den Schutz für gewaltbetroffene Frauen zu tun. So habe es im Bereich der Strafverfolgung bereits deutliche Verbesserungen zum Schutz der Opfer gegeben. Am 1. Februar tritt die sogenannte „Istanbul-Konvention“ in Deutschland in Kraft. „Wir hoffen, dass damit der dringende Ausbau des Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder vorankommt“, so Berndl weiter.

Die „Istanbul-Konvention“ verpflichtet Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen, alles dafür zu tun, um häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, sie zu schützen und ihnen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Dazu gehören Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt sowie zum Schutz und Hilfe bei Gewalt. Grundlage dazu sollen wissenschaftliche Bedarfsanalysen zum Hilfesystem und ein kontinuierliches Monitoring sein. Bayern ist hier schon ein Schritt weiter als viele andere Bundesländer. Bereits im Jahr 2016 wurde im Auftrag des Bayerischen Sozialministeriums eine umfassende Studie vorgelegt. Auf dieser Basis steht die Erarbeitung eines neuen Gesamtkonzeptes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Bayern in diesem Jahr vor dem Abschluss. „Wir sind froh, dass die Bayerische Sozialministerin Verantwortung für dieses gesellschaftlich wichtige Thema übernimmt“, so Margit Berndl.

Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Ausbau des Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen in Bayern

Es gibt einen breiten fachlichen Konsens über den dringenden Handlungsbedarf, das Frauenunterstützungssystem auszubauen. Nur so kann fachlich und personell gewährleistet werden, Frauen und ihre mitbetroffenen Kinder beim Aufbau eines gewaltfreien Lebens zu unterstützen. „Wenn es um die Übernahme der Kosten geht, endet der Konsens aber leider“, so Berndl. Seit über 20 Jahren arbeiten Frauenberatungsstellen, Notrufe und Frauenhäuser in Bayern mit fast gleichen Rahmenbedingungen. Die Träger und die Mitarbeiterinnen hätten lange genug mit viel finanziellem und fachlichem Engagement die Mangelsituation aufgefangen. „Der Fingerzeig auf den jeweils anderen und das Hin- und Herschieben der Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen hat dazu geführt, dass viele Frauen und Kinder nicht den Schutz und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen“, kritisiert sie. Damit sei auch eine Kultur des Wegsehens befördert worden. Die Istanbul-Konvention verpflichtet alle geleichermaßen, dem Menschenrecht auf Schutz vor Gewalt Geltung zu verschaffen.

Berndl abschließend: „Wir brauchen den politischen Willen der gesamten Staatsregierung vor allem der Haushaltspolitiker, um in Bayern 20 Jahre Stillstand aufzuholen!“


München, 31. Januar 2018
Kontakt:
Antje Krüger | Referentin für Frauen / Familie | Tel.: 089 / 30611 191
Susann Engert | Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Tel.: 089 / 30611 137


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"Gewalt an Frauen ist alltäglich: Deutschland und die Länder verpflichten sich zu Schutz und Hilfe auf Grundlage der Istanbul-Konvention"